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Die Wirtschaft Englands


Industrie und Wirtschaft in England

Großbritannien, im 19. Jahrhundert die führende Industrienation ist nach einigen Jahren der schweren Wirtschaftkrise der 80er Jahre (von 1980 bis zum Sommer 1982 hat sich die Arbeitslosenquote in Großbritannien verdoppelt, in Nordirland war jeder fünfte Erwerbstätige arbeitslos, die Inflationsraten waren trotz des konsequent durchgeführten Anti-Inflationsprogramms der konservativen Regierung noch immer zweistellig und die industrielle Produktion fiel auf den Stand der sechziger Jahre zurück).
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Die Gründe waren fehlendes Kapital, die harte Konkurrenz auf dem Weltmarkt, fehlende Rohstoffe, der Verlust der Kolonien als Absatzmärkte für britische Industrieprodukte und die geringe Arbeitsproduktivität britischer Unternehmen. England als traditionelles Gewerkschaftsland hatte hier natürlich mit den Bremsern große Probleme. Als Folge häufiger Streiks und verhärteter Fronten seitens der Gewerkschaftler wurden viele Menschen Arbeitslos, Industrien wanderten ab. Erst durch etwas Umdenken, Schwächung der Gewerkschaften durch Margret Thatcher, Besinnen auf seine Leistungspflichten und stures Verhandeln mit der EU kam Großbritannien wieder auf Vordermann.


Der englische Bergbau und die englische Industrie
Das Vereinigte Königreich verfügt nur über geringe Erzvorkommen (nennenswert sind lediglich die Eisenerz- und Zinnerzlagerstätten in England, in den Schichten der Jurazeit und im Grundgebirge Cornwalls). An mineralischen Brennstoffen ist Großbritannien dagegen sehr reich. Schon lange vor der Entdeckung der Erdölvorkommen im britischen Sektor der Nordsee bildeten die Steinkohlenlagerstätten in Südwales, in Mittelengland, an der Tynemündung und in Mittelschottland die Grundlage der einheimischen Schwerindustrie.

Aus der Eisen- und Stahlindustrie, die in den Bergbaurevieren und an der Küste beheimatet ist, hat sich im Laufe der Zeit an den gleichen Standorten eine vielseitige Metall verarbeitende Industrie (u. a. Maschinenbau, Schiff-, Kraftfahrzeug- und Flugzeugbau) entwickelt. Das Angebot an Industrieerzeugnissen wird durch vielfältige Produkte der chemischen Industrie und petrochemischen Industrie sowie der Elektro- und Elektronikindustrie ergänzt.

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Land- und Forstwirtschaft in England

Obwohl etwa drei Viertel des Landesfläche Großbritanniens landwirtschaftlich genutzt werden (ca. zwei Viertel als Grünland und ein Viertel als Ackerland), reicht die britische Agrarproduktion zur Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln bei weitem nicht aus. Früher war es trotz der langen Transportwege wesentlich billiger, die Nahrungsmittel in den Commonwealthländern und Kolonien einzukaufen, als auf den Inseln selbst zu produzieren. Durch den Anschluss Großbritanniens an den europäischen Agrarmarkt (mit seinen hohen Preisen) hat sich die Lage aber grundlegend gewandelt.

Der wichtigste Zweig der britischen Landwirtschaft, die knapp drei Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt und ebensoviel zur Wirtschaftsleistung beiträgt, ist die Viehzucht, insbesondere die Schafzucht. Großbritannien hat von den europäischen Ländern den größten Schafbestand. Beim Ackerbau steht die Erzeugung von Getreide (Weizen und Gerste) im Vordergrund. Wegen der geringen Waldfläche (nur neun Prozent der Landesfläche), die allerdings durch Aufforstung laufend vergrößert wird, ist die Forstwirtschaft volkswirtschaftlich ohne Bedeutung. Dagegen gehört Großbritannien zusammen mit Norwegen, Island und Dänemark zu den wichtigsten Fischereiländern Europas. Um den Fischhunger der Briten zu stillen, für die Fisch ein Grundnahrungsmittel ist, müssen jährlich noch rund 800 000 t Fisch eingeführt werden.

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Der Verkehr in England

Solange es noch keinen Tunnel unter dem Ärmelkanal gab, war Großbritannien nur über das Meer oder (per Luftkissenboot) über dem Meer schwebend und durch die Luft zu erreichen. Der See- und Luftverkehr hat deshalb - ebenso wie der Landverkehr auf den Inseln selbst - eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Das ist nach wie vor so und geht zum Beispiel schon daraus hervor, (dass im Wirtschaftssektor "Verkehr und Nachrichtenwesen" mehr als doppelt so viele Briten beschäftigt sind als in der Landwirtschaft (rund 6 %).
Obwohl Großbritannien seine führende Stellung in der Handelsschifffahrt verloren hat, verfügt es noch immer über die viertgrößte Handelsflotte der Erde. An den Küsten der Britischen Inseln gibt es über 300 Seehäfen. Die wichtigsten sind London, Milford Flaven in Wales und Middlesbrough. London hat mit den Flughäfen Heathrow und Gatwick gleichzeitig auch zwei der größten Flughäfen der Welt. Weiters erhielt der Flughafen Stansted eine immes zunhemende Bedeutung durch die Low Cost Flugfahrt.


Die Geschichte des Verkehrs

1825 verkehrte zwischen den Städten Stockton und Darlington die erste Personeneisenbahn der Erde. Heute umfasst das Netz der "British Railways" -nach Stilllegung zahlreicher Strecken - noch etwa 18 000 km. Das ohnehin schon dichte Straßennetz wird laufend erweitert und modernisiert. Die Briten sind zwar ein sehr reiselustiges Volk, ihre Ausgaben bei Reisen ins Ausland werden jedoch durch die Einnahmen aus dem Tourismus beträchtlich übertroffen. Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr stellen einen wichtigen Posten in der britischen Leistungsbilanz dar, die in den siebziger und achtziger Jahren meist "rote Zahlen" aufwies, sich in den letzten beiden Jahrzehnten aber durch die hohen Ölausfuhren, die Öffnung nach Europa, der Reduzierung der Gewerkschaftlichen Einflüsse, Anstieg des Tourismus, der Flugindustrie und internationaler Beteiligungen deutlich verbessert hat. Gewinne bringt auch der Export von chemischen Erzeugnissen.
Textilien, elektronischen Geräten. Maschinen und Fahrzeugen. Nahrungsmittel und Rohstoffe für die Industrie müssen dagegen in großen Mengen eingeführt werden. Zu den wichtigsten Außenhandelspartnern Großbritanniens, das noch immer eines der größten Handelsländer der Erde ist (1980 auf dem fünften Rang), gehören die USA, die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich. Die Handelsmetropole London spielt auch im internationalen Finanz und Versicherungswesen eine bedeutende Rolle.

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